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Für die Überdachung von Radwegen

Radwegstrecken in Göttingen sollen überdacht werden, angefangen mit einem vielbefahrenen Radweg an der Robert-Koch-Straße zwischen Kreuzbergring und dem Nord-Campus der Universität. Dies fordert ein Antrag von Francisco Welter-Schultes (Piraten) in der Sitzung des Rates am 13.09.2019.

Die Überdachung soll begrünt und nach Möglichkeit mit Photovoltaikanlagen ausgestattet werden.

Der Antrag verfolgt das Ziel, mittelfristig alle stadtviertelverbindenden Radverkehrsstrecken Göttingens mit Überdachungen auszustatten. Damit soll eine attraktivere Infrastruktur geschaffen werden, um eine Zunahme des Radverkehrs bei gleichzeitiger Abnahme des motorisierten Verkehrs zu erreichen. Bei schlechtem Wetter wird weniger Rad gefahren, der Pkw-Verkehr nimmt zu, die Busse sind überfüllt. Überdachungen lassen eine Erhöhung des Radverkehrsaufkommens erwarten.

Im Antrag wird Bezug auf die Ausstattung von Fuß- und Radwegen in Südostasien genommen. Überdachungen gibt es beispielsweise in Singapur und Malaysia. Sie dienen der Förderung des nicht motorisierten Verkehrs. Deutschland hinkt solchen Ländern inzwischen weit hinterher. So sind in Singapur Sekundenanzeigen an Fußgängerampeln längst Standard, private Kfz unterliegen strengen Vorschriften, SUVs sind verboten.

Göttingen hat sich das Ziel gesetzt, 30 % weniger Kfz-Fahrleistung im innerstädtischen Verkehr bis 2025 zu erreichen. Es wurden jedoch weder Zwischenziele gesetzt noch Konsequenzen benannt, falls Zwischenziele nicht erreicht werden. Schlimmer noch: es wurde nichts beschlossen, womit halbwegs glaubwürdig zu erwarten wäre, dass sich die Entwicklung den Zielen annähert. Der Radverkehrsentwicklungsplan kann bestenfalls als Ausbesserungsplan bezeichnet werden, er enthält keine Perspektiven oder Visionen.

Das Ergebnis ist absolute Erfolglosigkeit: der Kfz-Verkehr nimmt bei jeder Verkehrszählung immer weiter zu. Die Radverkehrszahlen an den Zählstellen des Radschnellweges nehmen seit 2014 mit einer Rate von 2 % pro Jahr ab.

Die Verkehrswende in der Stadt muss formuliert werden. Sie muss ein Gesicht erhalten. Man muss im Stadtbild wahrnehmen können, dass es einen Willen gibt, wirklich etwas zu verändern. Dass man die Ziele, die man sich setzt, auch mit Maßnahmen unterlegt. Es geht dabei auch um die Glaubwürdigkeit gegenüber der jungen Generation„, so Welter-Schultes, der das Problem nicht nur in politischer Mut- und Kraftlosigkeit, sondern auch in stark verkrusteten Verwaltungsstrukturen sieht, die kaum noch ein Umsetzen neuer Ideen ermöglichen.

Verglichen mit ostasiatischen Städten wie Singapur leben wir hier in einem inzwischen vollig rückständigen Land, ähnlich wie die DDR in den 1980er Jahren im Vergleich zum Westen.“

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