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Für Agrophotovoltaik am Dragoneranger

Die Fläche am Dragoneranger in Weende soll für Agrophotovoltaikanlagen genutzt werden, unter denen weiterhin Landwirtschaft betrieben werden kann. Dies fordert Francisco Welter-Schultes (Piraten) in einem Antrag, der dem Bauausschuss am 08.10.2020 vorliegt.
Darin wird die Beibehaltung der 14 ha großen Fläche als Gewerbegebiet zwar akzeptiert, gleichzeitig soll aber weiterhin die landwirtschaftliche Nutzung weiterlaufen. Diese Zielrichtung kommt der Forderung „Acker statt Beton“ der Weender Bürgerinitiative BI Dragoneranger entgegen – und gibt auch eine Antwort auf die Frage, wo in Göttingen Solarenergie genutzt werden kann [Ratsantrag SPD/Grüne 18.09.2020, Spiegelstriche 1 und 2]. Auf der Fläche ließen sich 4 MW installieren – das wäre knapp ein Viertel von dem, was Göttingen bereits hat.

Göttingen reißt sämtliche Klimaziele. Erst 17 von den im Klimaplan von 2014 anvisierten 760 MW Solarstrompotential sind installiert. Die Antwort auf dieses Versagen kann nicht noch mehr Bodenversiegelung sein, und schon erst recht nicht für die Logistikbranche. Die Versiegelung von Land gilt neben der Verkehrszunahme als eine der Hauptursachen für die Erderwärmung. Dieser ungebremste Landverbrauch kann nicht mehr so weitergehen wie bisher. Die Politik muss endlich die Konsequenzen ziehen, auch in Göttingen“ , begründet Welter-Schultes den Vorstoß.

Die Stadt arbeitet derzeit an einem umstrittenen Bebauungsplan für die Dragoneranger-Fläche, die jahrzehntelang unter dem Schutz des Naturschutzgesetzes stand und 2017 in einem Ratsbeschluss aus dem Landschaftsschutz herausgelöst und als Gewerbegebiet ausgewiesen wurde. Gleichzeitig wurde ein neues Wohngebiet auf dem Huhtamaki-Gelände geschaffen – deren Bewohner sich nun, kaum dass sie hergezogen sind, um ein fußläufiges Naherholungsgebiet gebracht sehen.

Diese ganze Stadtplanung ist klimaschädlich, unkoordiniert und undurchdacht. Wenn man Menschen ansiedelt, damit sie nicht mit dem Auto einpendeln, müssen diese mit ihren Kindern und Hunden auch von der Tür aus losgehen können – sonst erzeugt man doch jede Menge Naherholungs-Autoverkehr in die genau entgegengesetzte Richtung“ , so Welter-Schultes.

Agro-PV-Anlagen stehen aufgeständert auf Ackerflächen, unter denen weiterhin hochwertige Agrarprodukte angebaut werden können. Sie verschatten den Anbau nur geringfügig und verhindern in heißen Sommern, dass der Boden zu schnell austrocknet.

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