Alles Kommunalpolitik Göttingen

Bombe entschärft – aber warum erst jetzt?

Am 27.05.2010 wurde bei Bauarbeiten zur neuen Sporthalle auf dem Schützenplatz eine Zehnzentnerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in sieben Meter Tiefe entdeckt. Im Umkreis von einem Kilometer wurden die Wohnungen und Gebäude evakuiert, da die Bombe einen unberechenbaren Säurezünder hatte. Wir danken allen Helfern, die diese  Evakuierung durchführten.
In den Medien wird, neben den Ereignissen zur gelungenen aktuellen Bombenentschärfung, von zwei Bombenexplosionen in den 1990er Jahren berichtet.
Anlässlich des neuen Bombenfundes stellt sich die Frage, nach welchen Kriterien das Gebiet Königsallee – Pfalz Grona Breite – Leine – Schützenplatz – Bahnhof auf Blindgänger hin untersucht wurde? Ist es zu einer systematischen Suche gekommen?
Würde es sich um ein wenig frequentiertes Areal handeln, so wäre verständlich, dass aus Kostengründen nur anlässlich von Bauarbeiten die Blindgänger erforscht werden.
Hier handelt es sich um den Schützenplatz. Ein Platz, der in den letzten Jahrzehnten, Hunderttausende von Besuchern gesehen hat. Wegen der Bedeutung des Platzes fragen wir: Gab es spätestens nach den beiden Ereignissen in den 1990er Jahren Bemühungen, wenigstens den klar umgrenzten Schützenplatz nach Blindgängern systematisch zu untersuchen? Wenn Nein! Warum nicht? Wenn Ja! Warum wurde die jetzt im Rahmen von Bauarbeiten gefundene Bombe, nicht bereits früher gefunden? Der jetzige Fund beweist, dass diese Bombe auffindbar gewesen wäre.
Bevor die Zuständigkeiten, wie bei der Explosion in der Pfalz-Grona-Breite geschehen, hin und her geschoben werden, sollte die Stadt Größe zeigen und sich bei der betroffenen Göttinger Bevölkerung dafür entschuldigen, dass vorher nicht sorgfältig genug gesucht wurde und diese Bombe nicht schon früher entschärft werden konnte.
Wäre die Bombe durch die Erschütterung des Riesenrades, das dort öfter gestanden hat, zur Explosion gebracht worden, so hätte der amtierende OB ganz andere Erklärungen von sich geben müssen. So wäre eine Entschuldigung eine angebrachte Geste gegenüber der Göttinger Bevölkerung.

6 Kommentare zu “Bombe entschärft – aber warum erst jetzt?

  1. Naja, eine Entschuldigung ist angebracht obgleich unwahrscheinlich. Wäre es wie in beschriebenen Szenario zur Explosion während der Kirmes gekommen, was macht dann ein Politiker wie Meyer Bestenfalls: Er tritt zurück und das war es.

    Wird Zeit das die Piraten in den Rat kommen, auch wenn es nur wenige Sitze am Anfang sein werden, abundzu den Spiegel den Ehrenwerten vorhalten würde wenigstens etwas bewirken: Umdenken

    Aber eine Sache muss ich los werden, sie ist ironischer Natur, ich fand sie aber einfach zu lustig. Es handelt sich um einen User-Kommentar aus dem GT den ich hier zitiere:

    „Hallo Menschheit, hier spricht Megatron, Oberhaupt der Decipticons.
    Ihr habt den Allspark in eurer Grube gefunden, übergebt ihn uns oder wir werden Göttingen zerstören und alle Savoygänger werden gezwungen ins Matrix zu gehen!“

    Quelle: http://www.goettinger-tageblatt.de/content/view/full/528263
    Die meist gestellte Frage war dort übrigens: Fällt die Schule aus?

    cu
    Uli

  2. So… Heute auf ein neues… Die nächste Bombe auf dem „Baugrund“ wird angegangen. Aktuell wird die Sperrung gestartet… Jedoch der eigentliche Schützenplatz soll noch nicht geprüft worden sein. Also bleibt uns das Thema noch lange Erhalten…

  3. Andreas

    Nun sind bei der Entschärfung der Bombe mehrere Menschen verstorben und verletzt worden. Bei den Toten soll es sich um Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes der Polizei Niedersachsen handeln. Ich hoffe sehr, wir finden eine angemessene Form, um unsere Anteilnahme auszudrücken. Ich habe vor allem in dem Landesforum unserer Partei häufig das Gefühl, dass der Dienst der Polizei nicht sehr gewürdigt wird. Wir können dies jetzt ändern.

    • Wie ja schon auf der Liste gesagt, macht es meiner Ansicht nach Sinn, dort unser Beileid ausdrücken…

  4. Zeitungsleser

    Leider(!) mal wieder ein Bericht der Art „wenn man keine Ahnung hat, einfach mal…“. Die beiden Bomben hätten nicht gefunden werden können, da Suchen durch den Kampfmittelräumdienst nur bis 4m Tiefe funktionieren – die Bomben lagen aber in 7m Tiefe. Soetwas kann man wohl leider nur zufällig entdecken, so schlimm das auch ist…

    • Moin Zeitungsleser,
      ich habe in der Zeitung gelesen, die Erkundung erfolgt durch Luftbilder, die durch die Alliierten während der Bombemflüge aufgenommen wurden. Da dürfte es keine ominöse 4-Meter-Grenze geben.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.